Kleine Hühnerrassenkunde: Was sind eigentlich Hybriden?

Wer sich privat ein paar Hühner als Legehennen oder Mastgeflügel anschaffen möchte, hat die Auswahl aus zahlreichen Rassen. Da sind die alten, ursprünglichen Rassen, hochgezüchtete Legerassen, Fleischrassen, Zweinutzungsrassen, vom Aussterben bedrohte Rassen, exotische Rassen und die Hybriden. Das sind Tiere, die aus zwei hochleistenden Rassen gekreuzt werden. Dieses Verfahren nennt sich nicht mehr „Zucht“, sondern „Vermehrung“. Dabei wird nicht mehr auf besondere Charakteristika selektiert, sondern ausgewählte Rassen mit herausragend guten Eigenschaften auf bestimmten Gebieten werden gekreuzt und für die Erzeugung von Lebensmitteln vermehrt. Würde man mit Hybriden weiter züchten, ginge die potenzierte Leistung mit jeder Generation wieder zurück, schnell ist die Leistung wieder mittelmäßig oder sogar schlechter als beim Rassegeflügel.

Maximale Leistung aus dem Katalog

In der professionellen Landwirtschaft sind Hybridkreuzungen häufig anzutreffen, da sich ihre Besonderheiten nach ganz individuellen Ansprüchen kombinieren lassen. Sie vereinen in der ersten Generation, der F1-Generation, die guten Eigenschaften der reingezüchteten Elterntiere. Diese Hybriden können mit Kreuzungen aus anderen Rassen wiederum gepaart werden, dadurch erhält man Tiere aus vier unterschiedlichen Linien, sogenannte Doppelhybriden. Die Hybriden sind in vielen Fällen robuster und langlebiger als reinrassige Tiere, da negative Inzuchteffekte ausgeglichen werden. Viele kommerziell ausgerichtete Hybriden sind auf sehr hohe Leistungen ausgerichtet. Daher laugen besonders die Legehybriden schon oft nach einem Jahr so sehr aus, dass sie nur noch wenige Eier legen können und oft krank werden.

Hobbyhaltung ─ Hybriden oder Rassegeflügel?

Legehennen aus Hybridlinien benötigen durch ihre enorm hohe Anzahl von gelegten Eiern speziell angepasstes Futter, das die gesteigerten Bedürfnisse abdeckt. Auch Hybridgeflügel für die Mast stellt durch hohe Tageszunahmen hohe Ansprüche an das Futter. Dieses wird von Hybriden aber auch sehr gut verwertet, die Futterkosten spiegeln sich also in Eizahlen und dem Schlachtgewicht wider. Bekommen diese Tiere zu wenig Futter, werden sie durch Hunger unruhig, teilweise sogar aggressiv. Die Haltung und Fütterung von Hybridgeflügel ist ansonsten unkompliziert und sehr gut planbar, da die Anbieter die Ansprüche der Tiere sehr gut kennen. Außerdem sind die Qualitäten von Fleisch und Eiern immer gleichbleibend gut.

Reinrassiges Geflügel dagegen lässt die Herzen von Hobbyzüchtern höher schlagen, die die einzigartigen Charakteristika vieler Rassen lieben. Die können ganz unterschiedlich ausfallen und von besonders aromatischen Eiern, auffälligen Farben, hervorragender Fleischqualität oder sehr guter Verträglichkeit mit anderen Hühnern bis zu gutem Gluckenverhalten reichen. Dafür müssen dann beispielsweise Abstriche bei der Legeleistung, der Futterverwertung oder beim Schlachtgewicht gemacht werden. Bei manchen Rassen treten durch die Rein- und Inzucht teilweise rassespezifische Krankheiten auf.

Die Auswahl der Legehennen oder des Mastgeflügels richtet sich nach der Nutzungsart und den persönlichen Vorlieben. Möchte man einen kleinen Hofladen oder eine Gastronomie mit Eiern in gleichbleibender Qualität versorgen, können Hybriden eine gute Wahl sein. Wer nur wenige Eier für den privaten Verzehr braucht, könnte sich auch für eine bestimmte Rasse entscheiden. Vielleicht fällt da auch die Wahl auf eine vom Aussterben bedrohte Rasse, bei deren Erhaltung man so mithelfen kann.

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Bildquelle: © mediagram – Fotolia.com

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1 Kommentar zu „Kleine Hühnerrassenkunde: Was sind eigentlich Hybriden?

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