„Coole Winterhacks für Huhn & Halter*in“

Der Winter naht … Für Fans der Serie Game of Thrones kündigt sich mit diesem Spruch schlimmes Unheil an, für alle anderen bedeutet es lediglich, dass der Wintereinbruch bevorsteht. Und das muss kein Grund sein, um nervös zu werden. Schon gar nicht, wenn man mit unseren coolen Winterhacks vorbereitet ist. Wir präsentieren euch nützliche Tricks und schlaue Kniffe, um euch selbst und um eure Hühner gut auf die kühle Jahreszeit mit all ihren Minustemperaturen, kurzen Tagen, ihrem großen Langeweilepotential und weiteren Tücken vorzubereiten.

Frostbeulen, Kälteschock etc. – Wie tolerieren Hühner Kälte & Nässe?

An sich gehören Hühner zu den eher zäheren und robusteren Tierarten, die von Natur aus gut mit Kälte umgehen können. Ein intaktes Gefieder mit Daunen und Deckfedern bildet (insbesondere nach vollendeter Mauser) ein perfekt schützendes „Federkleid“, das gleichzeitig isoliert und winddicht ist. Die „Wetterzutaten“ in Herbst und Winter mit langanhaltendem eiskaltem Wind, vor allem aber Nässe und Schnee, können für Hühner jedoch auch zum Problem werden.

Feuchtigkeit macht Hühnern mehr zu schaffen als Minustemperaturen!

Bekannt ist, dass unser Haushuhn von Wildvarianten aus warmen Regionen in Südostasien abstammt und daher unser typisches Winterwetter nicht besonders mag. Wie gut Hühner Kälte tolerieren, hängt auch von der jeweiligen Rasse ab. Während alte Landrassen allgemein robuster sind, sind einige sehr kleine Zwerghuhnrassen etwas empfindlicher. Auch besondere Züchtungen wie das Seidenhuhn, das kein dicht abschließendes Federkleid hat, kann bei stürmischem oder nasskaltem Wetter schnell unterkühlen und sich dann leicht erkälten. In einem trockenen Stall ohne Zugluft kommen aber auch diese Hühner sehr gut mit unseren Wintertemperaturen klar.

Ei(skalt) serviert: Unsere besten Winterhacks

Wärmelampen gegen große Winterkälte einzusetzen, klingt absolut „einleuchtend“, oder? Gerade für kleine, empfindliche oder kranke Hühner wird der Platz unter dem angenehm wärmenden Infrarotstrahler schnell zum Lieblingsplatz. Am besten verwendest du die Wärmelampe mit Dunkelstrahler und Schutzkorb und hängst sie mit ausreichend Abstand über dem Schlafplatz auf.

Hier findet ihr das Ergebnis von unserem großen Hack-Check. Daraus könnt ihr euer maßgeschneidertes, kleines Maßnahmenpaket schnüren, das ihr noch rechtzeitig schafft, umzusetzen.

Hack 1 = DIY-Kräuterbar

Selbstgebastelte Kräuterbar für Hühner und andere Tiere aus Holz und Wäscheklammern

Falls deine Hühner im Winter irgendwie so aussehen, als würden sie lange Schnäbel ziehen, liegt es wahrscheinlich daran, dass ihnen ihr heißgeliebtes Grünfutter fehlt. Dem kannst du ganz leicht vorbeugen. Einfach im Sommer Kräuter bzw. Beikraut als Büschel gebunden oder lose auf einem luftdurchlässigen Gewebe oder falls vorhanden im Dörrautomaten für ein paar Tage trocknen und dann im Winter ganz stilecht z. B. in einer DIY-Kräuterbar anbieten. Petersilie, Schnittlauch, Dill, Melisse oder Oregano finden Hühner richtig lecker. Auch Wildkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn, Klee, Wegerich werden gern gefressen. So gleichst du zumindest ein bisschen das fehlende Grün aus, dass deine Hühner im Sommer selbst suchen. Für größere Mengen gibt es z. B. auch getrocknete Luzerne fertig in Ballen oder Briketts gepresst zu kaufen.

Falls es eilig ist: Die fertige Kräutermischung fürs Legenest gibts hier.

Hack 2 = Deinen Weg zum Hühnerstall winterfest machen

So viel steht fest: deine Hühner brauchen Futter, Wasser, einen „Türöffner“ und jemand, der nachschaut, ob alle happy sind – und zwar (mehrmals) täglich. Überlege dir also genau, wie du auch im Angesicht von Schnee, Regen und Matsch möglichst trockenen Fußes zum Stall gelangst:

  • Investiere in gute Schuhe
  • überdache deinen Laufweg
  • befestige deinen Weg mit Gehwegplatten, Häckseln etc.
  • Optimiere ggf. die Stallbeleuchtung und Außenbeleuchtung oder schaffe dir eine gute Taschenlampe

Hack 3 = Tränkenwärmer

Es hilft sicher schon, deine Tränke im Stall aufzustellen. Damit das Trinkwasser garantiert nicht einfriert, bieten sich spezielle Tränkenwärmer an.

Profi-Tipp: Modelle mit Thermostat arbeiten stromsparend, weil sie wirklich nur dann Strom verbrauchen, wenn es kalt ist. Einfach zu Beginn des Winters installieren und den ganzen Winter eingesteckt lassen. Bei uns im Shop findest du den Hinweis, welche Tränken jeweils passen.

 

Hack 4 von Huhn Eileen: „Benutze ein Thermometer …

… zur Kontrolle des Temperaturunterschiedes! Der Unterschied zwischen der Innen- und Außentemperatur sollte möglichst nicht größer als 5 bis 10 Grad sein.“

Cooles Nostalgieschild mit Huhn Eileen und Thermometer

 

Hack 5 = Abgehangene Decken und weitere Kniffe zur Stallisolierung

Jute- oder Stoffbahnen, die du mit Stroh füllst, sind eine preiswerte und ökologische Möglichkeit, deinen Hühnerstall von innen zu isolieren.

Tipps für einen ausreichend warmen Hühnerstall:

  • Eine dickere Schicht Einstreu am Boden
  • Zu große Zugluft-Löcher im Stall schließen
  • Stallfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 % halten: ggf. Einstreuzusätze für ein trockeneres Stallklima wie z. B. Diabas Urgesteinsmehl oder Hanfeinstreu mit Eukalyptus verwenden und regelmäßig nasse Streu ausmisten und den Stall lüften
  • Die Körperwärme der Hühner ausnutzen und den Stall nicht zu groß bemessen oder z. B. die Schlafplätze in eine Nische bauen, in der sich die Wärme besser hält, die Tiere kuscheln sich sowieso gern aneinander

Profi-Tipp: Ein vollständig gedämmter, womöglich geheizter und zu warmer Stall ist auch nicht das Gelbe vom Ei und keineswegs gesund für die Hühner, da sie auf Dauer weniger widerstandsfähig wären und den Stall auch seltener verlassen würden. Mehr zum Thema lest ihr hier: Wie mache ich meinen Stall winterfest?

Hack 6 = Kämme und Kehllappen einfetten

Da Kämme und Kehllappen nicht vom wärmenden „Federmantel“ bedeckt sind, sind diese potentiell empfänglich für Erfrierungen – vor allem bei zu feuchter Stallluft. Also unbedingt auf trockene Stallluft achten und ggf. ein Hygrometer nutzen. Gefährdet sind insbesondere Kämme und Kehllappen, die besonders prächtig ausfallen. Das vorsorgliche Eincremen mit Vaseline oder Melkfett kann die empfindlichen Partien bei Minustemperaturen etwas schützen. Übrigens sind die Hühnerfüße normalerweise nicht gefährdet, da die Hühner da ja nachts mit ihrem warmen Bauch drauf sitzen.

Hack 7 = „Winterspeck erlaubt“

Grundsätzlich sollten Hühner weiterhin ein ausgewogenes Futter mit allen benötigten Nährstoffen erhalten. Durch die Kälte haben die Hühner einen erhöhten Energiebedarf, den du über eine größere Futterration oder besonders energiereiches Futter ausgleichen solltest. Ein wenig Speck auf den Rippen schadet auch nicht als zusätzlicher Kälteschutz. Das perfekte energiereiche Winterleckerli sind Sonnenblumenkerne oder eine extra Portion Körnermischung. Zusätzliche Vitamine, die z. B. in frischen Salatblättern oder Grünkohl stecken oder z. B. als wöchentlicher Vitaminstoß über die Tränke gegeben werden, können dabei helfen, die Abwehrkräfte zu stärken.

Hack 8 = Anti-Langeweile-Programm

Während die Hühner sich sonst nur zum Schlafen im Stall aufhalten und draußen viel Beschäftigung finden, wird es ihnen im Winter im Stall mit seinen begrenzten Möglichkeiten schnell öde. Es besteht die Gefahr, dass die gelangweilten Hühner dazu übergehen, sich verstärkt zu Bepicken. Mit ein paar Ideen kannst du ihnen die willkommene Abwechslung bieten und den Hühnerfrieden bewahren:

  • Biete in einem Heunetz Luzerne an
  • Hänge eine selbstgebastelte Obst-Gemüse-Girlande auf
  • Mache die Fütterung zu einem Event mit einem Snackball oder Futterball
  • Pickstein aufhängen
  • Körner in die Einstreu geben zum Suchen und Scharren

Hack 9 = Indoor-Wellness

Damit wir uns im Winter so richtig wohlfühlen, braucht es eine dampfende Sauna, eine entspannende Massage und womöglich ein Alpenpanorama. Hühner sind da wesentlich genügsamer. Ein Sand- oder Staubbad im Stall, in dem sie sich ausgiebig schubbern können, reicht ihnen als Wellness-Tempel. Auch im Herbst und Winter ist es wichtig, dass Hühner ein Staubbad nehmen können, um das Gefieder zu pflegen und sich etwaige Parasiten vom Leib zu halten. Trotzdem solltest du deine Hühner insbesondere zu dieser Jahreszeit regelmäßig auf Federlinge kontrollieren und bei Befall unbedingt sofort z. B. mit Reudanon behandeln, bevor das wärmende Federkleid Schaden nimmt.

Indoor-Wellness Sandbad schnell umgesetzt:

  • Sandbadewanne oder Hühnerbadebox an einem trockenen Standort im Stall (nicht neben der Tränke) aufstellen
  • Feinkörnigen, abgerundeten Badesand einfüllen – gern auch mit Zusätzen wie Anis und Kalkgrit sowie Diabas (auch pur)
  • Bei Befall mit Ektoparasiten auch Kieselgur als Badezusatz

Für viele geht nichts über den Sommer. Das schönste an unseren vier Jahreszeiten ist jedoch die Abwechslung, die sie mit sich bringen. Immer warm und trocken wird auch irgendwann langweilig … Die kühle Jahreshälfte mit Herbst und Winter stellt Hühnerhalter*innen sicherlich vor kleinere Herausforderungen. Unsere genialen wie einfachen Winterhacks für Hühner ersparen dir so manch schlechte Erfahrung und machen dich vor dem Schaden klug.

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