Nötige Vitamine für Hühner

Welche Vitamine brauchen meine Hühner und wofür?

Eine Frage, die viele Halter*innen (und ganz sicher auch viele Hühner …) beschäftigt: Brauche ich zusätzliche Vitamine (für meine Hühner)? Was für unsere Ernährung gilt, ist auch für die Fütterung von Hühnern Vorbild: Bei einer ausgewogenen und gesunden Fütterung sind die Tiere in der Regel mit genügend Nährstoffen, Vitaminen, Spurenelementen etc. versorgt. Ausnahmesituationen, in denen ein erhöhter oder spezifischer Vitaminbedarf nicht immer bzw. nicht schnell genug über das Futter gedeckt werden kann, bilden beispielsweise Krankheiten oder Stresssituationen sowie Lege-, Brut- und Wachstumsphasen. Es lohnt also, einen Blick auf die einzelnen Vitamine zu werfen, um zu wissen, wofür deine Hühner welche Vitamine benötigen und woran du einen Mangel feststellen kannst.

In welchen Futtermitteln stecken die meisten Vitamine?

Typischerweise ist Frischfutter nicht nur ein besonderer Leckerbissen, sondern auch reich an Vitaminen, weshalb es auf der Speisekarte der Hühner ausreichend vertreten sein sollte. Beliebt sind vor allem:

  • Kopfsalat, Feldsalat
  • (Geriebene) Möhre
  • Apfel (auch am Stück)
  • Zucchini
  • Gurke
  • Erdbeere, Himbeere, Blaubeere
  • Keim- und Grünfutter
  • Wild- und Gartenkräuter
  • Mehlwürmer (frisch oder getrocknet)

Superfood? Nie gehört! – Wenn ein Nahrungsmittel wie das Pseudogetreide Chia-Samen (u. a. Proteine, Calcium, Eisen) oder die Vitamin-C-Bombe Goji-Beere besonders wertvolle und reichhaltige Inhaltsstoffe bietet, wird es gern auch als Superfood vermarktet. Dieses Futter mit seinen einschlägigen „Superkräften“ kannst für dich auch ein wertvoller Ideengeber für eine artgerechte und ausgewogene Ernährung für deine Hühner sein.

Mehr zum Thema Superfood für Hühner liest du hier.

Welche Vitaminergänzungen sind empfehlenswert?

Grundsätzlich solltest du deinen gesunden Hühnern eine abwechslungsreiche und ausgewogene, der Rasse entsprechende, Futterauswahl und -menge anbieten. Bei eierschachteln.de findest du eine große Auswahl an Bio-Hühnerfutter für alle „Lebenslagen“.

Wie die optimale Ernährung für deine Hühner aussehen kann, liest du in unserem Beitrag Richtige Fütterung für Lege-, Fleisch- und Zweinutzungsrassen.

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Nur bei akutem Bedarf z. B. bei falscher oder einseitiger Ernährung mit nachfolgendem Vitaminmangel – und im Zweifel immer nach Rücksprache mit einer Tierarztpraxis – ist die Gabe von Futterergänzungsmitteln mit Vitaminzusätzen empfehlenswert. Oder anders ausgedrückt: „Extra-Vitamine? Die kann ich mir im Prinzip sparen …“.

Es gibt sehr viele Produkte zur Vitaminergänzung. Wir empfehlen das Ergänzungsfuttermittel „Vitamine ADEC“ als kurzfristigen Vitaminstoß, der – kinderleicht dosiert – über das Tränkenwasser verabreicht wird.

Überdosis möglich?

Eine Überdosierung ist bei allen wasserlöslichen Vitaminen wie B und C nicht möglich bzw. unproblematisch. Der Überschuss wird einfach über den Urin wieder ausgeschieden. Anders sieht es aus bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K. Hier kann eine zu hohe Konzentration Schäden verursachen: zu Ablagerungen in den Organen und Gelenken führen, die Futteraufnahme und Legeleistung verringern. Daher schreibt die Futtermittelverordnung hier zum Teil gesetzliche Höchstwerte vor.

Kleines Vitamin-ABC

In unserem kleinen Vitamin-ABC stellen wir die wichtigsten Vitamine A, B, C, D und E vor. Wir erklären, welche Körperfunktionen sie unterstützen und woran du einen Mangel an genau diesem Vitamin gut erkennen kannst.

Vitamin A „A wie Au ja!“

Wichtig für Augen, Haut und Schleimhäute sowie für die Eierproduktion und die Entwicklung der Küken

Vitamin A kann der Körper nicht selbst herstellen, weshalb er über die Nahrung zugeführt werden muss. Bei Jungtieren wird Vitamin A für die Neubildung der Zellen benötigt, deren Speicher gegenüber denen von erwachsenen Tieren schneller leer sind. Hier kann eine erhöhte Zufuhr sinnvoll sein. Auch in Stresssituationen, beim Brüten und während oder nach einer Infektion, ist die zusätzliche Zufuhr von Vitamin A niemals falsch. Zudem brauchen Hühner für einen schönen gelben Dotter mehr Vitamin A, das sie beispielsweise aus Grünfutter bekommen können.

Einen Mangel an Vitamin A erkennt man beispielsweise an Abmagerung, an einem gekräuseltem Federkleid, Durchfall, Atemwegsproblemen, trockenen oder verklebten Augen oder rapide abfallender Legeleistung. Küken zeigen sehr schnell Symptome wie Appetitlosigkeit, Schwäche und Wachstumsstörungen.

Viel Vitamin A enthalten z. B. Möhren, Mango, Spinat, Löwenzahn und Brombeeren.


Vitamin B „Brauch‘ ich dringend“

Wichtig für eine normale Funktion des Nervensystems und den Stoffwechsel, also die Umwandlung von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen in Energie.

Streng genommen handelt es sich um eine vielfältige Gruppe von B-Vitaminen, die die Arbeit des Nervensystems unterstützen und essentiell für den gesamten Stoffwechsel sind. Daher erfordern Zustände mit einem erhöhten Stoffwechsel wie Trächtigkeit, Brutzeit oder Erkrankungen eine erhöhte Vitamin-B-Zufuhr.

Ein Mangel an Vitamin B führt zu neurologischen Störungen: Das Huhn kann krampfen, gelähmt sein, Hals und Kopf verbiegen oder sich unkoordiniert bewegen.

Viel Vitamin B ist beispielsweise in Bierhefe enthalten.

 


Vitamin C „Zitrusfrüchte sind sooo lecker“

Wichtig für den Stoffwechsel, lässt Hühner z. B. Stresssituationen wie Hitzewellen besser wegstecken.

Vitamin C kann, anders als beim Menschen, durch Hühner bzw. Vögel allgemein selbst hergestellt werden – übrigens als einziges unter den Vitaminen. Da es in allen grünen Pflanzen sowie in sehr vielen Gemüse- und Obstsorten enthalten ist, kommt es praktisch bei fast allen Tieren nie zu einem echten Vitamin-C-Mangel. Dennoch kann eine Zufuhr von Vitamin C in Stresssituationen (Krankheit, Mauser, Transport) sinnvoll sein, wenn also die eigene Synthese oft nicht schnell genug hinterherkommt und man weiß, dass die Speicherfähigkeit in der Niere nur sehr gering ist.

Ein Mangel an Vitamin C ist sehr selten, da die Tiere es selbst synthetisieren können.

Heiß diskutiert und umstritten: Sind Zitrusfrüchte für Hühner schädlich?

Zitrusfrüchte wie Zitronen, Kiwis oder Orangen können den Hühnern hoch dosiert Probleme bereiten, da sie sehr säurehaltig sind und so zu Darmreizungen führen können. Ob Zitrusfrüchte schädlich sind, ist also wie bei vielen Dingen eine Frage der Dosierung. Der Vitamin-C-Gehalt spielt beim Huhn mit Darmproblemen, aber intakter Darmschleimhaut somit keine Rolle. Beschwerden könnten an einem zu hohen Säuregehalt des Futters liegen.

Einen hohen Vitamin-C-Gehalt bieten neben Zitrusfrüchten z. B. Goji-Beere, Kornelkirsche, Hagebutte, Weißdorn, Schwarzdorn oder Holunder.


Vitamin D „Das Sonnenvitamin“

Wichtig für den Kalzium-Phosphor-Stoffwechsel sowie den Knochen- und Eischalenaufbau, vor allem für Küken (Wachstumsphase) und Legehennen während der Legephase.

Die Vitamin-D-Verbindungen werden auch als Sonnenvitamine bezeichnet, weil sie nicht nur über das Futter, sondern auch über die Haut bzw. Sonnenlicht aufgenommen werden können. Daher sollten Hühner vor allem in Zeiten von Stallpflicht oder in der dunklen Jahreszeit Futter mit ausreichend Vitamin D erhalten. Das Vitamin nimmt Einfluss auf das Wachstum, die Eibildung und die Entwicklung des Kükens. Es fördert nämlich u. a. die Absorption von Calcium im Darm und die Eizellbildung. Kommt es zu einem Mangel, sinkt die Legeleistung. Wenn du die Absicht hast, Bruteier bebrüten zu lassen, sollte eine ausreichende Versorgung gewährleitstet sein, damit die Küken ohne Gesundheitsprobleme schlüpfen können, Stichwort Rachitis.

Einen Mangel an Vitamin D erkennst du an dünnen oder fehlenden Eierschalen (Windeier), schlechter Befiederung, Wachstumsstörungen, Mineralisierungsstörungen (z. B. Rachitis (Symptome u. a. verbogenes Rückgrat, Brustbeinverkrümmung), Knochendeformationen.

Viel Vitamin D bieten beispielsweise Löwenzahn, Käse, Margarine, Süßkartoffeln, Eier und Sonne


Vitamin E „Einfach unersetzlich“

Wichtig für Fruchtbarkeit, Gesamtstoffwechsel und Zellschutz.

Vitamin E besitzt eine antioxidative Wirkung. Das heißt, es „entschärft“ freie Radikale, also aggressive Sauerstoffverbindungen, die durch normale Stoffwechselreaktionen im Körper, aber auch durch UV-Strahlung und Zigarettenrauch entstehen und Zellen schädigen können. Damit ist Vitamin E ein wichtiges Zellschutzvitamin.

Erste Anzeichen für einen VitaminEMangel sind Müdigkeit, Muskelschwäche, Tremor (Zittern), Lähmungen, Netzhauterkrankungen sowie Fruchtbarkeitsstörungen. Es ist wichtig, eine Unterversorgung mit Vitamin E rechtzeitig zu erkennen, da mögliche Organschäden infolge Vitamin-E-Mangels irreversibel sind.

Viel Vitamin E bieten insbesondere hochwertige Pflanzenöle (Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl), Klee, Luzerne, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und Nüsse.

Fakt ist, dass Mangelerscheinungen und infolgedessen Erkrankungen bei einer artgerechten Fütterung und Haltung und nicht zu alten Beständen selten auftreten. Dennoch ist es von Vorteil, über die Auswirkungen von Vitaminmangel zu wissen und eine vitaminreiche und ausgewogene „Diät für Hühner“ in der Schublade zu haben.

Mehr zu typischen Fehlern in der Hühnerhaltung und wie du sie vermeidest liest du hier.

 

 

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2 Kommentare zu „Nötige Vitamine für Hühner

    • Guten Morgen,
      das kann viele Ursachen haben. Vielleicht schreibst du uns kurz, wie deine Tiere leben und wie du sie fütterst? Haben sie irgendwelche äu0eren Veränderungen (Gewichtsab- oder zunahme)?
      Du kannst dich gerne mit unserem Kundenservice in Verbindung setzen (per Mail: [email protected] oder per Telefon +49 (0)2293-81925-0) und ihm deine Situation schildern, dieser kann dir vielleicht weiterhelfen.
      Viele Grüße
      Nele aus dem Team von eierschachteln.de

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