Social Media in der Landwirtschaft: Der Hüter der Wanderhendl Matthias Mayr vom Oberländerhof in Kematen / Tirol

Seit 2015 führen Matthias und Theresa Mayr den Oberländerhof nahe Innsbruck. Der ehemalige Milchviehbetrieb hat in den letzten Jahren um wettbewerbsfähig zu bleiben eine komplette Neuausrichtung erfahren. So wurden am Hof quasi in Pionierarbeit die mobile Geflügelhaltung für Lege- und Masthennen etabliert und seitdem alle Erzeugnisse im Direktmarketing verkauft. Wir berichten Ihnen hier, welche langjährigen Erfahrungen Matthias Mayr mit Social Media für den eigenen Hof gemacht hat und welche Tipps er Einsteigern geben kann.

Welche Erzeugnisse bzw. Dienstleistungen bietest Du an?

  • Projekt „Wanderhendl“ – Masthennen aus mobiler Geflügelhaltung
  • Eier – Verkauf u. a. über den eigenen Selbstbedienungsladen eiLade
  • Nudeln

Welche Social-Media-Kanäle nutzt Du?

  • Facebook
  • Instagram

Warum nutzt Du Social Media?

  • Reichweite und Aufmerksamkeit im Rahmen des Hofmarketing-Konzepts steigern
  • Über Hof, Beruf etc. berichten und damit die Stammkunden binden

Bester Tipp für Social-Media-Aktivitäten?

  • Das Wichtigste ist Authentizität, damit der Content glaubhaft ist und auch gelesen, geteilt und kommentiert wird

Link:       www.oberländerhof.at

Warum nutzt der Oberländerhof Social Media?

Dazu erklärt Mayr: „Als Direktvermarkter nutzen wir (fast) jede Möglichkeit, die sich uns bietet. Die erste Überlegung war aber 2015, dass wir die Mobilstallhaltung überhaupt erst erklären mussten. Das konnten wir nicht durch Besuche auf dem Feld – deshalb haben wir bereits früh damit gestartet und die Geschichte der Wanderhennen und der mobilen Geflügelhaltung über Social Media erzählt. Zudem betreiben wir mit unserer eiLade einen Selbstbedienungsladen und haben somit keinen direkten Kundenkontakt, weil unsere Kunden die Eier holen können, wann sie wollen. Social Media bot für uns anfangs auch eine Erinnerungsmöglichkeit an die Erstkunden, damit sie wieder bei uns kaufen“.

Welche messbaren Erfolge lassen sich auf Social Media zurückführen?

Facebook:

Der Schwerpunkt von Mayr liegt auf Facebook, da hier der Großteil der Zielgruppe präsent ist und mehr Diskussion stattfindet. Mehr Fans und Follower produzieren aus seiner Sicht keinen erhöhten Umsatz, da sie erst noch weiter „transferiert“ werden müssen. Das heißt, es muss nicht jeder Fan etwas kaufen, sondern es reicht, wenn andere in dessen Umfeld auf das Angebot stoßen. Beim Wanderhendl (Masthennen) gibt es außerdem ein Reservierungssystem über die Homepage, das über Facebook mit gezielten Kampagnen beworben wird. Mit einem Werbemitteleinsatz von rund 50 Euro erreichen sie hier einen ungefähren Umsatz von rund 2.000 Euro durch Reservierungen für Fleisch.

https://www.facebook.com/oberlaenderhof

Instagram:

Bei Instagram setzen sie auf die Qualität ästhetischer Fotos als Visitenkarte und weniger auf Storytelling, da in der Vergangenheit hier der Erfolg ausblieb.

https://www.instagram.com/oberlaenderhof/

Zukünftig möchte Mayr in seiner Social-Media-Strategie mehr auf Videos setzen.

Ebenfalls sicher auch ein Erfolg des Hofmarketings: 2018 wurde der Oberländerhof mit dem Tiroler Regionalitätspreis in der Kategorie Land- & Forstwirtschaft ausgezeichnet.

Wie sieht Social Media beim Oberländerhof im beruflichen Alltag aus?

Gepostet wird regelmäßig mehrmals pro Woche. Zu den Inhalten gehören in erster Linie Fotos mit viel Atmosphäre, aktuelle Einblicke in den Arbeits- und Hofalltag, Persönliches, geteilte Beiträge und vieles mehr. Anregungen für Themen findet Mayr durch andere Kanäle bei Mitbewerbern wie zum Beispiel Polyface Farm oder Pasturebird (beide engl.). Früher hatte er eine konkrete Planung zu Content, Zeiten und Tagen.

Mittlerweile – mit reichlich Erfahrung für gute Themen und Motive – zückt er einfach bei Gelegenheit sein Smartphone, bearbeitet gleich das Foto und stellt es online. Das geschieht alles ganz nebenbei, was auch zur Authentizität beiträgt. Mayr rät zudem, dass der Stil grundsätzlich immer auch zur Person passen sollte.

Was bringt Social Media in der Landwirtschaft?

Social Media bieten die gute Möglichkeit, in den direkten Kontakt mit der Zielgruppe zu kommen. Höfe mit eigenem Hofladen schaffen das zwar auch auf einem anderen Weg, aber so Mayr: „als Direktvermarkter im Hofladen sind die Kundenpflege und Gespräche sehr aufwändig und zeitraubend.“ Auch bei (aktuellen) politischen Themen zieht Mayr eine Grenze. Er sagt von sich selbst, sehr politisch zu sein. Geht es um den Hof, sei er jedoch in erster Linie ein Unternehmer, weshalb er hierüber niemals Posts und Meinungen zu aktuellen Situationen äußert.

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