Der Trend zu Selbstversorgung & Permakultur, Gartenhühner inklusive

Selbstversorgung verbinden die meisten mit dem eigenen Anbau von Gemüse, Obst und Kräutern. Zierbeete werden zu Nutzbeeten umgewidmet und Hochbeete finden im Garten, aber mittlerweile auch auf Balkonen und kleinsten Flächen mitten in der Stadt ihren Platz. Eine ideale Ergänzung dazu ist die Haltung von Gartenhühnern, die für täglich frische und artgerecht erzeugte Eier, aber auch für eine willkommene „fröhliche“ Gesellschaft und Abwechslung sorgen. Nicht zuletzt wegen der Corona-bedingten (Kontakt)Beschränkungen, die vielen gleichzeitig mehr Freizeit zu Hause bzw. Gelegenheit für neue Hobbys brachten, steigen immer mehr Menschen in die (teilweise) Selbstversorgung ein. Durch den Anbau eigener Lebensmittel und die Haltung von Hühnern lässt sich der ein oder andere Gang zum Supermarkt vermeiden und die gesamte Familie ist während des Lockdowns beschäftigt und mittendrin im neuen Projekt, das sie schon immer starten wollten …

Was Selbstversorgerinnen zu erzählen haben …

Wir haben uns umgehört und von den drei „praktizierenden“ Selbstversorgerinnen Lucia, Sabrina und Marie spannende O-Töne eingefangen. Sie erzählen davon, wie Selbstversorgung in ihrer Familie funktioniert und was sie ihnen bedeutet.

Lucia von @dorfgarten_ Lucia gibt bei Instagram Einblicke in ihr Leben mit Permakultur, Selbstversorgung & ökologischem Gärtnern.

„Selbstversorgung mit Obst und Gemüse aus dem eigenem Garten ist mit viel Arbeit, Schwielen an den Händen und dreckigen Gummistiefeln verbunden – aber auch mit Lebensfreude & Dankbarkeit, jeden Tag frisches Grün ernten und verarbeiten zu dürfen! Es sind immer magische Momente, wenn man sich zurück erinnert, wie man das Samenkorn in die Erde gebracht, es gehegt und gepflegt hat und nach einigen Monaten seine Arbeit in den Händen hält.
Hühner spielen im Bio-Selbstversorgergarten eine wichtige Rolle! Von Oktober bis März dürfen unsere Hühner sich im gesamten Garten bewegen – sie sind Spezialisten, wenn es darum geht, Schneckeneier zu verzehren. Außerdem liefern diese tollen Tiere einen großen Beitrag zum Thema Kompost/Düngen – ohne sie wären unsere Pflanzen nur halb so groß und gesund!“

Sabrina von cumnatura-permakultur.de Über ihren Blog kann man bei Sabrina Beratung rund um Permakultur und Selbstversorgung erhalten. Sie setzt sich für die Steigerung der Biodiversität, die Weitergabe von Wissen durch Seminare, Workshops und Führungen, und Hilfe bei der naturnahen Gartenplanung ein.

„Selbstversorgung heißt für mich zum einen unabhängig zu sein, ich gehe zum „Einkaufen“ in den Garten, in den Hühnerstall oder den Erdkeller, was mir sehr viel mehr Spaß macht als im Supermarkt einzukaufen. Zudem versorge ich mich und meine Familie mit hochwertigen, frischen Lebensmitteln, die ganz ohne Chemieeinsatz, Transportwege und Verpackungsmaterialien auskommen. Unsere Hühner sind ein Teil unseres Kreislaufes, was im Gemüsegarten überbleibt, wandert direkt zu den Hühnern, sie beschenken uns dafür mit frischen, bunten Eiern und wertvollem Dünger“

Marie von Wurzelwerk Mehrmals wöchentlich veröffentlicht Marie neue Beiträge rund um die Themen Gemüsegarten, Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte.

„Ich versorge meine Familie mit Obst, Gemüse und Eiern komplett selbst. Hühner und Garten sind eine tolle Symbiose, die bei uns gar nicht mehr wegzudenken ist! Die Hühner rotieren im mobilen Stall und Zaun um die Gemüsebeete herum, sodass sie aus den Beeten ausgesperrt sind, aber fleißig Schädlinge vertilgen. Sie freuen sich diebisch über Gartenabfälle und verwandeln sie in wertvollen Kompost, den besten Tomatendünger der Welt (Hühnermist) und unvergleichlich gute Eier. Und dadurch, dass der Auslauf immer weiter wandert, bleibt der Rasen immer schön grün.“

Wie lässt sich Selbstversorgung u. a. mit Gartenhühnern umsetzen?

Viele Menschen haben berechtigterweise einen gewissen Respekt vor dem Schritt in die Selbstversorgung und fragen sich beispielsweise, wie das ohne großes Garten-Grundstück funktionieren soll. Wie immer ist eine gute Planung das A und O. Klein anfangen und sich als Ziel setzen, erst einmal ausgewählte Erzeugnisse aus dem eigenen Garten zu gewinnen, ist schon mal ein guter Start. Auf Nummer sicher gehen zum Warmwerden sozusagen … und auch eine nur teilweise Selbstversorgung mit einigen frischen Kräutern, Salat, Tomaten und etwas Obst wie Erdbeeren, Johannisbeeren und vielleicht einem Apfelbaum macht schon richtig Spaß und ist mit nur kleinem Aufwand zu bewältigen.

Es gibt viele gute Ratgeber, die konkrete Jahresplaner und Anbautipps liefern, aber auch Einsteigerwissen mit (bebilderten) Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu Themen wie Anbaumethoden, ertragreiche Böden, Bewässerung, Gewächshaus, Hochbeet etc. bieten. Ist die Ernte eingefahren, lernst du außerdem, wie man richtig konserviert und die Waren weiterverarbeitet (Dörren, Einkochen, Entsaften, Trocknen, Brauen, Keltern, Schroten, Naturapotheke, -kosmetik, -putzmittel) und in einem Vorratsraum oder einer Miete lagert. Außerdem wie man Energie spart und Abfälle verwerten kann sowie die Pflanzen biologisch schützt, indem man z. B. bestimmte Insekten und Vögel als Schädlingsvertilger anlockt. Nur um einige Aspekte der Selbstversorgung zu nennen.

Aus unserem Shop: Selbstversorgung zum Nachlesen und Nachmachen:

Weitere Standardwerke und ausgewählte Bücher über Selbstversorgung findest du hier.

Viel Platz ist tatsächlich nicht nötig, weshalb die teilweise Selbstversorgung sich auch in städtischer Umgebung umsetzen lässt. Ein Beet benötigt nicht allzu viel Platz, ein Balkon und ein kleiner Garten sind hierfür vollkommen ausreichend. Auch Hühner nehmen weniger Platz ein und sind pflegeleichter als oft vermutet. Für kleine Hühnerrassen können 3 bis 5 Tiere pro Quadratmeter Stall gehalten werden, für große Hühnerrassen sind es 2 bis 4 Tiere pro Quadratmeter. Dazu noch entsprechend ein ausreichend bemessener Auslauf, in dem die Hühner ihr instinktives Bedürfnis nach Picken, Sandbaden und Scharren ausleben können. Oft werden Hühner sogar so zutraulich wie beispielsweise eine Katze und lassen sich streicheln oder kommen auf Zuruf. In unserer Garten-Kategorie haben wir dir nützliches Zubehör für deinen (Hühner-)Garten zusammengestellt.

Mehr zu den Hühner Basics für den Einstieg in die Geflügelhaltung liest du hier.

Mit oder ohne Hahn?

Den eingefleischten Selbstversorger*innen gilt der Hahn für die artgerechte Haltung und zur Vermehrung der eigenen Hühnerschar als unentbehrlich. Jedoch ist das Halten eines Hahns in der Hobbyhaltung mit Hinblick auf sich gestört fühlende Nachbarn nicht immer unproblematisch. Auch bei sehr wenigen Hennen ist es besser keinen Hahn zu haben, damit die Damen nicht „überbeansprucht“ werden. In der konsequenten Selbstversorgung wird ein möglichst geschlossener Kreislauf angestrebt, weshalb beim Thema Nachzucht irgendwann der Hahn ins Spiel kommt. Der Zukauf von Bruteiern und die anschließende eigene Natur- oder Kunstbrut könnten hier ein guter Kompromiss sein.

Du möchtest die Hühnerhaltung erst mal in Ruhe testen und Hühner mieten? Hier steht wie das genau funktioniert.

 

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