Salmonellen bei Hühnern … und Menschen

Ihr Ruf eilt ihnen voraus. Nicht nur bei allen, die diese durch Bakterien verursachte Magen-Darm-Erkrankung schon einmal durchmachen mussten, schrillen beim Wort Salmonellen sämtliche Alarmglocken. Salmonellen verbreiten sich schnell und sie sind sehr anpassungsfähig – und gefährlich für Tiere und Menschen. Für Geflügelbetriebe bedeutet die Infektion mit Salmonellen ein permanentes wirtschaftliches Risiko. Auch Hobbyhalter*innen sollten eine Salmonelleninfektion an ihren Hühnern erkennen und behandeln (lassen) können. Wie häufig, ist der einfachste Weg jedoch vorzubeugen. Wir zeigen dir, womit du es bei Salmonellen zu tun hast und wie du deine Hühner und dich vor Salmonellen schützen kannst.

 

Facts über Salmonellen

  • Salmonellen sind Bakterien in Form von kleinen begeißelten (Fortbewegungsfäden) Einzellern.
  • Die klinische Erkrankung mit Salmonellen nennt man bei Mensch wie Tier Salmonellose.
  • Sie gehören zu den Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die wechselseitig vom Tier zum Menschen und umgekehrt übertragbar sind.
  • Es sind über 2400 Salmonellenarten bekannt, wovon 20 zur „massiven Invasion“ eines Organismus fähig sind. Diese zwei davon sind beim Menschen Haupterreger: Salmonella Enteritidis (SE) und Salmonella Typhimurium (ST).
  • In trockener Einstreu können Salmonellen bis zu ein Jahr lang überleben, ein kontaminierter Auslauf müsste im Idealfall für diese Dauer gesperrt werden.

 

Salmonellen bei Hühnern …

Salmonellenkeime werden bei Geflügel meist über das Elterntier auf das Brutei übertragen. Aber auch Nagetiere, Käfer und Wildvögel schleppen vermehrt die Erreger ein, da sie die Desinfektionsmaßnahmen häufig überleben und so die Keime auf andere Tiere übertragen bzw. in andere Ställe bringen. Schließlich ist auch der Mensch an der Verbreitung der Salmonelleninfektion bei Hühnern beteiligt.

… erkennen

Bei Küken äußert sich ein Salmonellenbefall mit Durchfall, erhöhter Temperatur und Flüssigkeitsverlust. Erwachsene Tiere sterben in der Regel nicht. Betroffene Hühner zeigen blasse Kämme und Kehllappen, eine allgemeine Schwäche, Gewichtsabnahme, Durchfall, einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf und eine reduzierte Legeleistung.

Profi-Tipp:

Häufig bleibt eine Infektion mit Salmonellen bei Hühnern lange Zeit unentdeckt. Die Diagnose ist über einen einfachen, selbst durchgeführten Stall-Check Salmonellen möglich und sinnvoll. Mit speziellen Schuhüberziehern sammelst du Proben durch Ablaufen des Stalls ein. Der Befund eines spezialisierten Labors liegt innerhalb weniger Tage vor.

 … behandeln

Eine nachgewiesene Salmonelleninfektion ist meldepflichtig beim Veterinäramt, was in der Regel die behandelnde Tierarztpraxis übernimmt. Demzufolge ist es ebenso nötig wie ratsam, die medizinische Behandlung einer Tierarztpraxis zu überlassen. Bei Durchfall ist dort beispielsweise medizinische Kohle eine verordnete Therapie. Aus Halter*innensicht ist der Stall gründlich zu desinfizieren und zu reinigen und der Auslauf möglichst ein Jahr lang nicht zu benutzen.

  • Zur Stalldesinfektion eignet sich beispielsweise Kokzi Des, was einfach in Stall und Auslauf gesprüht wird und u. a. gegen Salmonellen
  • Wappne deine Hühner: Um eine gesunde Magen- und Darmflora zu unterstützen, wird eine regelmäßige Darmkur empfohlen. Unsere Darmkur mit rein biologischer Wirkung ist ein natürliches Ergänzungsfuttermittel in Pelletform.
  • Tränkenzusatz: Darmfit von Röhnfried bietet hochwertige Futtersäuren, die die Darmgesundheit stärken und die Futterverwertung verbessern können.

Für professionelle Geflügelbetriebe regelt die Geflügel-Salmonellen-Verordnung (GflSalmoV) das Vorgehen zur Bekämpfung eines Befalls.

… vorbeugen

Was Salmonellen so gefährlich macht, ist ihre Robustheit. So können weder klimatisch bedingte Kälte oder Hitze Salmonellen schaden. Zum Abtöten der Keime müssen diese auf mindestens 70 °C erhitzt werden. Bei unter 7 °C wird deren Vermehrung immerhin eingeschränkt. 37 °C – also auf Körpertemperatur – ist für sie optimal.

Zur Vorbeugung von Salmonellen ist eine gute Stallhygiene das beste Mittel. Weitere Schutzmaßnahmen konzentrieren sich auf die Abwehr von anderen Tieren, die Salmonellen einschleppen können: die Eindämmung von Insekten (z. B. Fliegengitter, Fallen) und mögliche Zugänge (Löcher, Risse, Spalten etc.) für Nager schließen. Dazu gehört auch, nicht im Freien zu füttern, um niemand anzulocken und das Futter sicher zu verschließen z. B. in einem Futtereimer mit Deckel.

Große Geflügelbetriebe werden im Rahmen von amtlichen Untersuchungen regelmäßig von Fachpersonal auf einen Salmonellenbefall getestet und geprüft. Hinzu kommt ein betriebseigenes Monitoring. Bei der Legehennenaufzucht besteht sogar eine Impfpflicht gegen Salmonellen für Junghennen vor Erreichen der Legereife.

 

Mehr über typische Hühnerkrankheiten und wie du sie mit versorgst liest du hier.

Salmonellen-Prävention: 7 Regeln zur korrekten Lagerung von Eiern

  1. Eier sind bis zu 4 Wochen haltbar. Der Verbraucherhinweis auf der Eierschachtel empfiehlt dazu: „Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durcherhitzen“
  2. Grundsätzlich müssen Eier nicht gekühlt gelagert werden. Um eine mögliche Vermehrung von Salmonellen zu verhindern, wird empfohlen, rohe Eier bei maximal +7 °C im Kühlschrank aufzubewahren.
  3. Eier nicht abwaschen, denn das zerstört ihre natürliche Schutzschicht. Wenn sie abgewaschen wurden, dann im Kühlschrank lagern.
  4. Wenn einmal gekühlt, dann weiter kühlen: Wurden Eier im Eierschrank bei kühlen Temperaturen draußen gelagert, sollten sie im Haus auch im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  5. Entsprechend: Wenn Eier einmal im Kühlschrank lagerten, sollten sie nicht plötzlich draußen aufbewahrt werden.
  6. Am besten Datum auf die Eier schreiben!
  7. Frischetest im hohen Wasserglas: Sinkt das Ei zu Boden, ist es verzehrbar. Steigt es auf, ist es älter als 3 Wochen und sollte bald verbraucht werden.

Salmonellen beim Menschen …

Um der aufsteigenden Panik ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen: Der Mensch nimmt jeden Tag Salmonellen zu sich, was an sich völlig ungefährlich ist. Erst, wenn die Anzahl der Erreger im Körper zu groß wird, reagiert dieser mit Unwohlsein und ggf. Magen-Darm-Beschwerden. Insbesondere empfindliche Personengruppen wie ältere Menschen und Kinder sind betroffen. Die Symptome treten meist 6 bis 24 Stunden nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel auf. Dafür sind 1.000 bis 10.000 Keime nötig. Durchschnittlich „beherbergen“ Eier jedoch nur 10 bis 20 Keime, was unbedenklich ist.

Zudem gingen laut Bundesinstitut für Risikobewertung die gemeldeten Salmonellose-Fälle beim Menschen kontinuierlich auf rund ein Drittel zurück, was es auf die Einführung der Salmonellen-Impfpflicht in Deutschland Anfang der 90er Jahre zurückführt.

Da Salmonellen auch über Gegenstände weitergegeben werden können, ist die simple wie wirkungsvolle Maßnahme: Händewaschen mit Seife. Salmonellen sterben zwar erst ab ca. 70 °C ab, aber trotzdem wird die Bakteriendichte derart verringert, dass eine Infektion mit klinischen Symptomen deutlich unwahrscheinlicher wird.

Für Hühnerhalter*innen bedeutet es, dass sie sich nach jedem Besuch bei den Hühnern, nach dem Stallreinigen und Eier einsammeln gründlich die Hände mit Seife waschen. Das gilt vor allem für kleine Kinder, da sie ihre Hände häufig in den Mund stecken.

Salmonellen und die durch sie hervorgerufene Erkrankung sind nach wie vor gefährlich für Huhn und Mensch. Durch einfache Hygienemaßnahmen wie Hände waschen nach dem Kontakt mit Eiern und Hühnern auf der einen und die verpflichtende Impfung in Geflügelbetrieben auf der anderen Seite, ist die Salmonellose hierzulande rückläufig. Wer den Verdacht hat, dass seine Hühner Salmonellen haben, kann mit einem Stall-Check schnell Gewissheit erhalten und in Zusammenarbeit mit einer Tierarztpraxis entsprechend (be)handeln.

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