Mehlwürmer selbst züchten

Wir möchten hier zeigen, wie unkompliziert und günstig es ist, Mehlwürmer zu züchten und welche Vorteile es mit sich bringt. Bei den umgangssprachlich als Mehlwürmer bezeichneten Futterinsekten handelt es sich genau genommen um die großen Larven des Mehlkäfers (Schwarzkäfers) und eigentlich um Vorratsschädlinge. Mehlwürmer sind jedoch mit einem Anteil von etwa 20 Prozent reich an hochwertigem Eiweiß und sie enthalten relativ viel Fett. Das macht Mehlwürmer lebend zu einer energiereichen Futterergänzung vor allem für Ziergeflügel, aber auch für Fische, Wildvögel oder Reptilien. Entsprechend zubereitet sind Mehlwürmer ein bekömmlicher Fleischersatz und Zutat für viele leckere und gesunde Rezepte wie etwa Quinoa-Mehlwurm-Bällchen oder Salate mit gerösteten Mehlwürmern. Auch weil sie eine sehr gute Ökobilanz in der Herstellung aufweisen und günstiger sind als beim Kauf, wird die eigene Zucht von Mehlwürmern immer beliebter.   

Schritt 1: Was man für eine Mehlwurmfarm braucht

Insekten brauchen vergleichsweise wenige Ressourcen. Für den Start einer Mehlwurmzucht empfehlen wir folgende Anschaffungen:

  • Mehrere stapelbare Boxen (alternativ: Mehlwurmfarm-System) für die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Mehlwürmer
  • Käferbox mit Deckel, Siebboden und Schlüpframpe
  • Einstreu (Futter): Haferflocken, Brotkrümel, Weizenkleie etc.
  • Futter: frisches Obst und Gemüse (Küchenreste) wie Möhre, Apfel, Birne, Salatblätter, Gurke oder Zucchini
  • Mehlwürmer-Startkolonie
  • Insektensieb, zur „Ernte“ der reifen Larven
  • Schaufel für Substrat und Mehlwürmer
  • Reinigungspinsel

Grundsätzlich fühlen sich die Mehlwürmer in einem konstant warmen, gut belüfteten Raum wohl. Damit die Zucht optimal abläuft, benötigen die Insekten eine Umgebungstemperatur von 20 bis 25 Grad. Darüber hinaus sollte man täglich einige Minuten Zeit erübrigen für Fütterung und Reinigung und um die reifen Larven mit 3 bis 4 cm Größe zu entnehmen bzw. die verpuppten Larven für die Nachzucht nach oben in die Käferbox umzusetzen. Mit steigender Begeisterung für die Mehlwürmer wird diese Pflicht erfahrungsgemäß bald zur Freude, weil es einfach spannend ist, dem Lebenskreislauf der Larven zu folgen:

Der Lebenszyklus des Mehlkäfers

Schritt 2: Wie das Züchten von Mehlwürmern funktioniert

Mit dem Wissen, was alles benötigt wird, hat man nun die Wahl, ein eigenes Mehlwurmzuchtsystem zusammenzustellen oder bereits fertige Systeme zu kaufen. Hier erklären wir die Zucht von Mehlwürmern am Beispiel unserer professionellen Mehlwurmfarm mit stapelbaren Boxen und der Möglichkeit diese flexibel zu erweitern.

Der Aufbau der Mehlwurmfarm bildet den Lebenszyklus des Mehlwurms ab bzw. folgt diesem.

Zur Grundausstattung der Mehlwurmfarm gehören drei Boxen:

Oben: Die Käferbox

Oben steht die Käferbox mit Deckel, Gitterboden und Schlüpframpe. Hier können bis zu 4.000  Mehlkäfer auf einmal leben und sich paaren. Die Weibchen legen in einem Gelege zwischen 100 und 500 weiße Eier ab. Diese fallen durch den Gitterboden in den darunter liegenden, mittleren Behälter.

Mitte: Die Larvenbox

Hier schlüpfen die kleinen Larven und wachsen ungestört heran bis auf eine Größe von etwa 3 bis 4 Zentimetern.

Unten: Die Ernte der Mehlwürmer

Nach etwa sechs Wochen kann man die Mehlwürmer „ernten“. Dazu werden die reifen Larven mit der Schaufel aus der mittleren Box entnommen und in das Insektensieb auf der unteren Box gegeben. Reife Larven bleiben im Sieb und können an die Hühner verfüttert werden. Kleinere Mehlwürmer fallen hindurch, und werden weiter in der unteren Box gefüttert.Sieb zur Mehhlwurmernte

Die Nachzucht von Käfern:

Um den Lebenszyklus aufrecht zu erhalten, müssen die bloß wenige Monate lebenden Mehlkäfer ständig nachgezüchtet werden. Dazu werden reife Larven aussortiert, die sich verpuppen dürfen. Die verpuppten Larven werden dann wieder in die obere Käferbox gesetzt auf die dafür vorgesehene Schlüpframpe. Auch hier können sich die Puppen ungestört entwickeln, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, von den Mehlkäfern bzw. wären sie in der unteren Box geblieben, von den Larven, gefressen zu werden. Sobald geschlüpft, fallen sie auf den vergitterten Boden herunter und paaren sich und legen Eier, was den Kreislauf schließt.

Mehlwurmfarm mit drei Boxen:
oben: Käferbox mit Deckel,
Mitte: Larvenbox – hier wachsen die Larven heran,
unten: hier werden die Larven geerntet

 

Schritt 3: Was Mehlwürmer fressen

Mehlwürmer und -käfer fühlen sich in einer Einstreu (Substrat) aus Haferflocken, Brotkrümeln und Weizenkleie oder Ähnlichem wohl. Dazu wird empfohlen, zwei bis drei Mal in der Woche frisches Obst und Gemüse wie Möhre, Apfel, Birne, Salatblätter, Gurke oder Zucchini zu geben, auch um für ausreichend Flüssigkeit zu sorgen. Bevor Schimmel entsteht, sollte altes Futter und auch die Einstreu mit den Kotkrümeln regelmäßig erneuert werden und vorsichtshalber direkt in der Tonne oder im Kompost landen, denn es können immer kleine Larven darunter sein, die sich dann im Hausmüll weiterentwickeln könnten.

Schritt 4: Mehlwürmer (fr)essen

Schon in Kinderbüchern zeigen bunte Bilder fröhliche Hühner mit Würmern im Schnabel. Auch wenn man Hühner im Auslauf beobachtet, sieht man, wie sie emsig picken und nach Insekten suchen. Und es stimmt: Mehlwürmer sind ein sehr beliebter Snack und daher auch bestens dafür geeignet, um scheues Ziergeflügel zu zähmen. Außerdem sind Mehlwürmer ein zu 100 Prozent naturbelassenes Futter, reich an Vitaminen und Proteinen. Getrocknete Mehlwürmer enthalten dabei mehr Protein als lebende. Da Mehlwürmer zudem relativ viel Fett enthalten, sollten sie nur in Maßen verfüttert werden, auch weil es sonst zu Durchfallerkrankungen kommen kann.

Für den Menschen können Mehlwürmer entweder in heißem Wasser gekocht, geröstet – um sie wie Chips zu essen – beziehungsweise generell wie Fleisch verarbeitet werden. Als Mehl sind sie exotische Zutat von Broten, Smoothies oder sogar Kuchen und Keksen und finden so auf den Teller, um dort ihren leicht nussigen Geschmack zu entfalten.

Insekten gelten als sehr gesund, was vor allem daran liegt, dass sie besonders hochwertige Nährstoffe wie Proteine und essenzielle Aminosäuren, aber auch ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Vitamine und weitere wertvolle Bestandteile wie Eisen, Magnesium, Zink, Selen und Biotin enthalten. Mehlwürmer haben also das Zeug dazu, zum neuen Superfood zu werden. Und zwar für alle – Menschen und Tiere.

Hinweis:
Bevor du deine eigenen Mehlwürmer verspeist, solltest du auf die erste eigene Generation warten. Denn nur so kannst du sicherstellen, dass die Futtermittel, mit denen die Mehlwürmer zuvor gefüttert wurden, auch für den Menschen verträglich sind.

Unsere Produktempfehlungen für die eigene Zucht von Mehlwürmern – diese und weitere Artikel findest du unter www.eierschachteln.de/mehlwurmzucht

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3 Kommentare zu „Mehlwürmer selbst züchten

  1. Suche jemanden zu jetten der auch mehlwürmer züchtet.um sich gegenseitig zu unterhalten . Habe erst jezt angefangen mehlwürmer zu züchten für unsere glücklichen Hühner

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