Hühnerhaltung für Anfänger: Diese Basics braucht du wirklich!

Das neuartige Coronavirus hat neben der nach wie vor ernstzunehmenden gesundheitlichen Gefahr auch vollkommen ungeahnte Blüten getrieben. So wird  2020 auch als das Jahr im Gedächtnis bleiben, in dem Hühner zum Corona-Hobby wurden. Hühner sind ziemlich pflegeleicht, sie legen – wenn man dem bekannten Schlager glauben will – täglich ein Ei und sie sind unglaublich gute EntertEIner, denen man stundenlang zusehen mag. Falls du also schon immer mit dem Gedanken gespielt hast, dir Hühner anzuschaffen, dann setze deine guten Vorsätze für das neue Jahr doch einfach jetzt in die Tat um! Hier liest du, welche Dinge du für den Einstieg in die artgerechte Hühnerhaltung wirklich brauchst. Los gehts!

Kurz und knapp: Hühnerhaltung – diese Basics brauchst du wirklich

Vorausgesetzt wird ein Hühnerstall, der vor Nässe, Zugluft und Raubtieren schützt und gar nicht so groß bemessen sein muss. Die optimale Stallgröße beträgt nämlich für kleine Hühner 3 bis 5 Tiere pro Quadratmeter und für große Hühner 2 bis 4 Tiere pro Quadratmeter. Für einen kleinen Stamm Hühner (ca. 5 bis 10 Hühner) kann z. B. ein ausgedientes Gartenhaus dienen oder das Spielhaus der mittlerweile herangewachsenen Kinder. Als Auslauf kann einfach ein Stück Garten oder Wiese eingezäunt werden. Echte Gartenhühner dürfen sogar frei herumlaufen.

Basics Stall: die Wohlfühlkulisse

Es hat ja so ein bisschen was von Puppenstube einrichten … Hühner brauchen aber wirklich nicht viel zum Glücklich sein. Um die Grundbedürfnisse Schlafen und Eier legen zu decken, sollten genügend Sitzstangen und Legenester vorhanden sein. Als „Stuhl“ und „Bettchen“ reichen Hühnern selbstgemachte Sitzstangen wie eine Dachlatte mit leicht gerundeten Kanten oder ein stabiler Ast. Bei den Legenestern gibt es z. B. Modelle zur schnellen Wandmontage oder zum Aufstellen auf den Boden, ganz ohne Montage.

Die Einstreu aus Stroh, Heu etc. ist quasi „Teppich, Bettdecke und Vorhang“ der „guten Hühnerstube“. Sie füllt das Legenest und kleidet den Stallboden aus. Eine gute Einstreu ist saugfähig und geruchsbindend und lässt sich quasi als Bonus sogar kompostieren. Durch das so geschaffene gute Stallklima fühlen sich die Hühner wohl und finden durch die Scharrmöglichkeit eine willkommene Abwechslung.

Hühnern sollte stets frisches und sauberes Wasser und Futter zur Verfügung stehen. Dafür kannst du eine geeignete alte offene Schale oder einen Topf etc. verwenden. Kleines Manko bei offenen Gefäßen: Wasser und Futter werden darin besonders schnell durch Einstreu, Kot, etc. verschmutzt. Eine geniale Erfindung sind hier Futterautomaten und spezielle Geflügeltränken mit Nachlauf. Hier wird ein Vorrat an Futter und Wasser in die Behälter eingefüllt und erst nach und nach in die Futterrinne abgegeben. So bleiben Futter und Wasser länger frisch und du musst nicht so häufig nachfüllen.

Von Anfang an solltest du bzw. sollten deine Hühner gegen Vogelmilben, Flöhe und Federlinge gewappnet sein. Zur Parasitenabwehr und vorbeugend haben sich die natürlichen und biotauglichen Produkte wie Reudanon oder Kieselgur bewährt.

Unsere Checkliste für Hühner-Basics erhältst du hier zum Download

Basics Auslauf: „Abenteuerspielplatz“ und „Badezimmer“

Der Auslauf bzw. Garten bedeutet für Hühner das Paradies auf Erden. Hier können sie picken, zupfen und sie finden kleine Insekten, Würmer und Gräser sowie Steinchen zur Unterstützung der Verdauung. Außerdem lieben Hühner es, sich im Staub zu suhlen. Für das heißgeliebte Sandbad kann entweder eine Kuhle im Auslauf ausgehoben werden – bei lockerem Sand erledigen das die Hühner gleich selbst – oder eine Badebox dienen, die auch im Stall aufgestellt werden kann. Die Badebox sollte mit einem Badesand gefüllt werden, bei Bedarf mit einem Zusatz wie dem Eivolution Geflügelbad oder Kieselgurpulver zur Parasitenabwehr.

Basics Futter: die artgerechte Sterne-„Hühnerküche“

Hier bist entweder du der Koch oder lässt liefern. Besonders ambitionierte und eher erfahrene Hühnerhalter stellen die Futtermischung selbst her. Dabei sollte die Zusammensetzung individuell auf die Rasse, die gewünschte Legeleistung und das Angebot eines ggf. vorhandenen Auslaufs angepasst werden. Als Basis dient hier Getreide (Energielieferant, nussiger, aromatischer Geschmack der Eier), das durch ein Ergänzungsfutter mit Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen (gut für den Knochenaufbau) sowie Grünfutter (für ein gelbes Dotter) und Kalksteinchen / Muschelkalk (Schalenbildung) abgerundet wird. Allerdings ist hier Vorsicht geboten um langfristig ein artgerechtes & ausgewogenes gesundes Futter selbst herzustellen bedarf es schon ein wenig Erfahrung. Ein Alleinfutter ist für die Hühner gesünder und für den Halter einfacher.

Auf fertige Alleinfuttermittel wie Legemehle, Pellets oder Körnermischungen zurück zugreifen ist also eine für die Hühner sichere und für den Halter zeitsparende Variante. Alleinfuttermittel sind fein abgestimmt, leicht verdaulich, ausgewogen und beinhalten alles, was das Huhn als Hochleistungstier benötigt. Je nach Legeleistung können bei alten Rassen, die weniger Eier legen dann z.B. etwas mehr Körner als Ergänzungsfutter zugefüttert werden.

Beispiel Futtermenge: Ein mittelgroßes Huhn (Legehybride) braucht ca. 125 Gramm Futter pro Tag.

Stichwort Küchenreste: Neben dem Alleinfutter können gern hühnergerechte Küchenabfälle gegeben werden. Auch Hühner mögen ein bisschen Abwechslung und Leckereien.

Mehr dazu liest du hier: Was Huhn frisst – und was besser nicht

Obwohl der eigentlich benötigte Anteil an Kalk schon im Alleinfutter enthalten ist, sollte Hühnern in der Legephase zusätzlich Kalkgrit zur Verfügung stehen. Übrigens ist hier eine Überdosierung ausgeschlossen, da die Tiere instinktiv wissen, wie viel Kalk sie benötigen.

Ja, Hühner fressen auch Steine. Diese helfen im Muskelmagen, die groben Getreidekörner zu zerkleinern und sollten im Auslauf bzw. Garten ausreichend vorhanden sein. Falls nicht, können die sogenannten Magenkiesel in einem separaten Gefäß oder im Auslauf z. B. auf einer kahlen Stelle ausgestreut werden.

Unser Geheimtipp ist die natürliche Bierhefe, die als Ergänzung zum Futter bei Mauser oder Krankheit gegeben wird und Immunsystem, Stoffwechsel und Darmflora unterstützt.

Weitere Produktempfehlungen zur Grundausstattung für die Hühnerhaltung findest du unter Basics für den Hühnerstall. 

 

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