Wie du Hühnerdiebe erfolgreich abwehrst

Krähen, Greifvögel, Füchse, Marder, Waschbär und Co. mögen Hühner – genauer gesagt, haben sie sie zum Fressen gern … Wenn Raubtiere sich Henne und Huhn holen, ist das nicht nur für den Rest der „Stallbelegschaft“, sondern auch für dich ein großer Schrecken. Nicht ohne Grund gehört es zu den Basics der Hühnerhaltung, Stall und Gehege ein- und ausbruchsicher zu machen. Neben einfachen Mitteln wie einer als „tote“ Krähe überkopf aufgehängten Krähenattrappe zur Krähenabschreckung gibt es weitere Ansätze und einfach umsetzbare Ideen zum Schutz vor Raubtieren. Einen natürlichen Alarmmechanismus bietet ggf. der Hahn, der in der Regel ein pflichtbewusster Beschützer und sehr darum besorgt ist, seine Hennen bei Gefahr zu warnen und auf sie aufzupassen. Außerdem hören Hühner sehr gut und warnen sich gegenseitig, indem sie ganz bestimmte Laute für verschiedene (Gefahren)Situationen von sich geben. Aber wie wäre es beispielsweise mit Ziegen als „Leibwächter*innen“ …? Ziegen werden als Raubvogelschutz vor allem von Hühnermobilbesitzern schon öfter erfolgreich eingesetzt.

Hier lest ihr, welche typischen Angreifer es gibt, mit welchen Manövern dieser Hühnerdiebe ihr rechnen müsst und welche einfachen, aber effektiven Maßnahmen es gibt, um das Federvieh zu schützen.

Wer sind die natürlichen Feinde der Hühner?

Bilderbücher haben ja so recht. In Märchen und Geschichten wird vom hungrigen Wolf, Fuchs und Marder erzählt, der eine Gans, ein Huhn etc. listig aus dem Stall stiehlt. Tatsächlich sind diese Räuber auch heute noch eine echte Gefahr für Hühner. Besonders in der Morgen- oder Abenddämmerung kann Fuchs & Co. bis in den Hühnerstall bzw. den Auslauf schleichen, sich unter Zäunen durchgraben, diese überklettern oder auf Dächer und in Öffnungen springen. Die aufgeregt umherlaufenden und gackernden Hühner sind ein zusätzlicher Ansporn für ihn, weshalb meist mehr als ein Huhn Beute wird und der Räuber erst aufhört, wenn Ruhe eingekehrt ist … Und wer glaubt, tagsüber wären seine Tiere sicher, der kann sich da sehr täuschen: Eine Fähe (Fähe = weiblicher Fuchs, Wolf, etc.), die einen ganzen Wurf hungriger Junge zu versorgen hat, geht auch schonmal am helllichten Tage auf Beutezug. Besonders für Küken können auch Hunde, Katzen, Krähen und Ratten zur Gefahr werden.

Als besonders clever wie invasiv gelten auch Waschbären: an sich nicht aggressiv, können sie, wenn es sein muss, schon mal die Krallen ausfahren. Außerdem übertragen sie Staupe und den Fuchsbandwurm, plündern Futterstätten und Nester. Es gibt sogar dokumentierte Fälle, in denen Waschbären einen ganzen Bestand töten.

Neben den Räubern am Boden gehören auch Greifvögel zu den Feinden der Hühner. Der Habicht stürzt sich blitzschnell auf Hühner und fliegt mit nicht zu schwerer Beute davon. Aber auch bei Bussard, Sperber, Eule und Krähe stehen Hühner und Küken auf der Speisekarte. Vor allem sind es aber Habichte, die die Hühner schlagen. Aufgrund seiner geringen Größe ist der Sperber hauptsächlich für Küken und sehr kleine Hühner eine Gefahr. Der Bussard geht eher an Mäuse oder Aas und die Eule jagt normalerweise abends nach Anbruch der Dämmerung, wenn deine Hühner besser schon eingesperrt sein sollten. Krähen sind vor allem für Küken oder sehr kleine Hühner eine Gefahr.

So kannst du deine Hühner vor Räubern schützen

Dichte Bepflanzung

Die Vorfahren unserer Haushühner lebten in freier Wildnis, in Wäldern mit Lichtungen. Sie waren durch einen entscheidenden Vorteil hervorragend geschützt: durch gute Versteckmöglichkeiten und je nach Farbe deiner Hühner auch durch ein besser getarntes Gefieder. Das Problem ist, dass die heute bevorzugte Hühnerhaltung im abgegrenzten, umfriedeten Raum ohne spezielle Sicherheitsmaßnahmen leichtes Spiel für Räuber bedeutet. Der einfachste, aber auch beste Tipp ist daher eine kluge Bepflanzung des Auslaufs mit Bäumen, Sträuchern, Hecken, Büschen etc., die als Sicht- und Wetterschutz dienen. Außerdem verschönern die Pflanzen auch das Ambiente deines Hühnergartens und können für deine Hühner ein gefundenes Fressen sein. Außerdem können auch Schutzdächer aufgestellt werden. Im Profibereich z. B. mit zu einem Dach zusammengeschraubten Paletten, die dann noch eine Abdeckung aus Holz oder Plane haben sollten. Im Hobbybereich wahlweise Selbstgezimmertes oder unser praktischer Hühnerunterstand?

Welche Pflanzen sich für deinen Hühnergarten besonders eignen, erfährst du hier.

Verschiedene Zaunarten

Für Hühnergehege eignen sich z. B. Maschendrahtzaun, Doppelstegmatten oder auch ein Wildzaun mit entsprechend kleiner Maschenweite im unteren Bereich. Feste Zäune sind in der Anschaffung relativ teuer und aufwändig zu installieren. Die bekannten Geflügelzäune zum Stecken sind eher günstig und flexibel im Einsatz, bieten aber nach außen auch nur einen ausreichenden Schutz vor Räubern, wenn sie mit Strom betrieben werden.

Zudem muss ein Zaun hoch genug sein, ggf. noch nach außen hin abknickt, damit er nicht von Räubern übersprungen oder überklettert oder von den Hühnern überflogen wird. Selbst bei festen Zäunen besteht die Gefahr, dass z. B. der Fuchs unter dem Zaun hindurchgelangt. Also entweder sollte der Zaun mindestens 30 und mehr Zentimeter tief in den Boden eingelassen oder durch einen anderen Untergrabschutz (Beton, Steine, etc.) zusätzlich geschützt werden. Gegen das Durchbeißen von Zaunmaschen hilft ein ausreichend starkes Drahtgitter, an dem sich die Räuber „die Zähne ausbeißen“, bei Geflügelweidenetzen (Steckzäunen) hilft Strom.

Hühnerklappe mit Schieber und Stallsicherheit

Hier ein zweiter Tipp gegen Raubtiere am Boden: Nicht nur für Technikfans ist eine automatisch gesteuerte Hühnerklappe eine feine Sache. Entweder per Zeitschaltuhr oder Dämmerungssensor gesteuert, öffnet und schließt diese geniale wie einfache Technik den Stall zur gewünschten Zeit. Der Hühnerschieber kann, sofern eine Schutzschiene verbaut ist, nicht einfach hochgedrückt werden und die Hühner können ihren wohlverdienten Schlaf genießen. Natürlich nur dann, wenn alle größeren Spalte sowie Fenster und Türen ausreichend z. B. mit verzinktem Volierengitter gesichert sind. Der einfache sechseckige Hasendraht bietet keinen zuverlässigen Schutz, weil er mit Zähnen oder Pfoten zerrissen werden kann.

Volierennetze

Der Profi-Tipp gegen Attacken aus der Luft. Mit Volierennetzen kannst du den Freilauf überspannen. Das Netz muss engmaschig genug und reißfest sein, damit sich keine Lücken als Einfallspunkt auftun, aus dem der Räuber auch nicht mehr herausfindet. Damit das über dem Auslauf gespannte Netz nicht durchhängt, sollten Stützen mit großer Auflagefläche (z. B. Radkappen, Regentonnendeckel, etc.) aufgestellt werden. Achtung: Bei zu engen Maschen bleiben auch Laub und Schnee liegen und das Netz kann unter der Last reißen.

Farbige Bänder / alte CDs

Die Funktionsweise ist simpel: Die Bänder bewegen sich in der Luft und schrecken so Luftangreifer ab. Eine ähnliche Wirkung erzielst du mit reflektierenden (Metall)Kugeln oder CDs, die durch die Sonne zu gleißenden Spiegelungen führen und die Angreifer irritieren. Allerdings kann mit der Zeit ein Gewöhnungseffekt eintreten und die Wirkung nachlassen, wenn die Feinde merken, dass von den Bändern keine Gefahr ausgeht.

Krähenattrappe zur Krähenabschreckung

Eine besondere und für Raubtiere wirksamere Art der Vogelscheuche ist die Krähenattrappe. Früher wurde zur Abschreckung eine Krähe geschossen und kopfüber als Warnsignal für ihre Artgenossen aufgehängt. Heute ist das nicht mehr erlaubt und auch nicht nötig, da Krähenattrappen genauso gut funktionieren. Die lebensecht wirkenden Krähenattrappen werden ebenso kopfüber aufgehängt. Allerdings sollte der Aufhängungsort regelmäßig verändert werden, da sich Krähen an die Attrappe gewöhnen können.

Ziegen

Gerade in der Mobilstallhaltung haben sich Ziegen zur Abwehr von Greifvögeln bewährt. Wer also genügend Platz hat, hält sich Hühner zusammen mit Ziegen. Ziegen integrieren sich gut in eine Herde von Hühnern und sie sind sehr genügsam. Von ihrer natürlichen Bewegungslust und Neugier getrieben, bewegen sie sich viel, was Greifvögel dauerhaft fernhält.

 

Küken besonders schützen

Küken fehlt die Erfahrung, um Gefahren zu erkennen und sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Daher sollten sie in den ersten Lebenswochen zu ihrer Sicherheit im Stall verbleiben bzw. nur in einen übernetzten Auslauf gelassen werden.

Wenn du denkst, dass du mit deinen Stadthühnern keine Angst vor Füchsen und Co. haben musst, liegst du leider falsch. Auf Futtersuche, vor allem im Winter und während der Jungenaufzucht, scheuen die Räuber nicht davor, auch dichter besiedelte Wohngebiete und Städte aufzusuchen. Ein raubtiersicherer Stall und Auslauf gehören daher zu den Basics in der artgerechten Hühnerhaltung.

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