Mit Hühnerkot den Garten düngen

Organische Dünger werden immer beliebter, da sie im Gegensatz zu den meisten mineralischen Düngern ohne Chemie auskommen. Neben der bewährten „Nachnutzung“ der natürlichen Hinterlassenschaften von Pferd, Rind und Schaf, eignet sich auch Hühnermist für das „Pimpen“ des Gemüsebeets. Hühnermist, also die Exkremente von Hühnern (auch samt Einstreu), ist sehr nährstoffreich. Da liegt dieser Gedanke ganz nah, dass Hühner als Teil einer kleinen Kreislaufwirtschaft im Garten Futter finden und davon einfach wieder etwas zurückgeben.

Bevor der Hühnerkot allerdings das Wachstum und die Blüte von Kartoffel, Tomate, Kräutern, Salat, Blumen und Co. unterstützen kann, muss er aufbereitet werden. Aber was steckt eigentlich drin, im Hühnermist? Und wie mache ich daraus wertvollen Dünger?

Von wegen „So ein Mist!“ Ein paar Fakten zum Hühnerdung

  • Im Boden eingearbeitet, können die Nährstoffe schnell von den Pflanzen aufgenommen
  • Er ist vollständig biologisch abbaubar.
  • Hühnerdung verbessert die Bodenqualität, z. B. in dem die darin lebenden Kleinstlebewesen, den Boden auflockern. Schwere Böden werden besser belüftet und leichte Böden können mehr Wasser speichern.
  • Hühnermist ist ein wirksamer organischer Dünger – wenn er zuvor kompostiert wurde
  • Frischer Hühnermist kann Pflanzen sogar schaden, weil er für einige Pflanzen zu scharf ist und die Wurzeln angreift.
  • noch an frischem Hühnermist anhaftende Krankheitserreger oder Parasiteneier können an roh verzehrten Lebensmitteln auch für den Menschen gefährlich werden. Durch das Kompostieren werden diese Erreger unschädlich gemacht.
  • Und Hühnerdung ist nicht für alle Pflanzen geeignet (s. u.).

Was steckt Wertvolles im Hühnerdung?

Der Mist von Hühnern weist einen hohen Stickstoffgehalt (Harnsäure) aus. Außerdem enthält er viel Phosphat und große Mengen an Kalium und Kalzium – und damit alles, was auch einen guten gekauften Bio-Universaldünger ausmacht. Während Kalium das Immunsystem der Pflanzen und damit die Abwehr von Schädlingen und Keimen stärkt, fördert das Kalzium einen stabilen Wuchs und eine gute Stabilität.

Wie wird aus Hühnermist wertvollster Gartendünger?

Würde man den unkompostierten, noch feuchten Hühnerkot auf Pflanzen geben, so würden diese recht schnell verbrennen und eingehen. Schuld daran ist der hohe Ammoniakgehalt, der die Wurzeln und anderen Pflanzenteile angreift. Anders sieht es aus bei trockenem Hühnermist, der ordentlich kompostiert wurde:

Schritt 1 Hühnermist-Gewinnung

Alles, was beim Ausmisten anfällt, kannst du zum Kompostieren verwenden, auch die Einstreu (Stroh, Späne). Diese kann sich sogar positiv auf den Prozess und den Dung auswirken, da bei deren Zersetzung vorhandener Stickstoff verbraucht wird. Nach dem Einsammeln kommt alles in einen ausreichend großen Kompostbehälter. Richtig viel Mist wird in einer Miete mit Plane abgedeckt gelagert. Die Abdeckung ist wichtig, damit nicht durch den Regen zu viele Nährstoffe ausgewaschen werden und ins Grundwasser gelangen. Wie jeder Kompost braucht auch der mit Hühnerkot Luft, Feuchtigkeit und Wärme, damit er sich zersetzt und Keime absterben.

Tipp von Huhn-Eileen:
Eine Entdeckung waren für uns Hennen die Hanf-Häcksel mit Eukalyptus – natürlich kompostierbar und wie gut das duftet …

Alternativ: Früher war es üblich, das Beet im Herbst umzugraben und den frischen Mist gleich einzuarbeiten. Durch immer später einsetzende Winter und Starkniederschläge, die u. a. zu Nährstoffverlusten und Grundwasserverunreinigungen (Stichwort: Nitrat) führen, muss man hier genau abwägen.

Schritt 2 „Komposthilfen“ einbringen

Zunächst wird der neu angesetzte Kompost etwas gewässert. Außerdem werden trockene Blätter, Rasenschnitt und andere Gartenabfälle hinzugefügt – je nachdem wie viel Einstreu bereits dabei ist. Neben dem regelmäßigen Wässern – nur so viel, dass der Kompost nicht austrocknet, sollte der Kompost alle paar Wochen z. B. mit einer Mistschaufel gewendet werden.

Wer möchte, kann den Kompost noch aufwerten bzw. von Anfang an Urgesteinsmehl als Einstreuzusatz verwenden, das ja dann über den Mist auch im Kompost und im Boden landet. Das Urgesteinsmehl oder Diabas ist ein echter „Bodenverbesserer“. Mit seinem hohen Gehalt an Kalzium- und Magnesium reichert es den Boden an und verbessert auch die Fähigkeit des Bodens, Feuchtigkeit zu speichern.

Schritt 3 Die Komposternte & endlich Düngen

Damit der Hühnerdung keinen Schaden anrichtet, sollte er zwischen 6 und 12 Monate „gehen“. Ein guter Zeitpunkt, um den kompostierten Hühnermist aufs Beet zu bringen, ist im Frühling, wenn auch die Pflanzen in die Erde kommen. Als Richtwert gilt, Mist nur alle drei Jahre auf einem Gemüsebeet aufzutragen, da er über einen langen Zeitraum Nährstoffe abgeben kann. In der Dosierung sind es etwa drei Kilogramm Hühnermist pro Quadratmeter.

Hühnermist gilt als sehr effektiv und schnellwirkend. Das heißt, er baut sich auch schneller ab, sodass es sein kann, dem Boden in den beiden Folgejahren Stickstoff in Form von z. B. Hornspänen zuzuführen.

Flüssigdünger

Schnell und großflächig verteilbar, ist Flüssigdünger vor allem für größere Beete und Flächen vorteilhaft. Mit dem entsprechenden Spritzbehälter ist auch eine sehr präzise Düngung für niedrig wachsende Pflanzen möglich. Da Flüssigdünger über Blätter und Wurzeln aufgenommen wird, gewährleistet er auch eine effiziente Nährstoffversorgung bei trockener Witterung. Auch aus Hühnerkot lässt sich ein wertvoller Flüssigdünger herstellen. Wichtig ist, dass er pur, also ohne Einstreu und andere fremde Bestandteile angemischt wird.

Herstellen von Flüssigdünger aus Hühnerdung

  • Hühnermist im Verhältnis 1 : 3 mit Wasser mischen
  • Die entstandene Brühe ein weiteres Mal mit Gießwasser im Verhältnis 1 : 10 verdünnen

Tipps zur Anwendung vom „Hühnerdünger“

  • Dünger nicht über die Pflanzen gießen, sondern direkt auf den Boden
  • Möglichst früh oder spät alle 1 bis 2 Wochen anwenden
  • Auf zusätzlichen Dünger verzichten
  • Nicht geeignet für Keimlinge und Jungpflanzen

Tipp

Falls du keine eigenen Hühner hast, kannst du Hühnerdung auch kaufen – z. B. in Form von kleinen Dünge-Pellets. Oder du fragst einfach in der Nachbarschaft/Region danach. Es gibt Gegenden, in denen Hühnermist als „heiße Ware“ gehandelt wird …

Wo im Garten kann ich Hühnerdung problemlos verwenden?

Yes, please! Oh no!
Kartoffeln Rhododendron
Tomaten Azaleen
Auberginen Heidekraut
Obstgehölze Blaubeeren
Lauch
Gurken
Kohlrabi
Kopfsalat, Feldsalat
Zwiebel, Knoblauch
Kräuter
Blumen

 

Gut zu wissen: Die Exkremente von Tieren, die große Mengen Fleisch fressen – wie Hunde und Katzen – können Krankheitserreger enthalten und gehören daher nicht auf das Gemüsebeet.

Ein wichtiges Anliegen von Selbstversorger*innen ist es, möglichst ein Kreislaufsystem in ihrer (Hühner)Gartenbewirtschaftung zu erschaffen. Durch Wiederverwendung werden möglichst wenige Ressourcen verbraucht und Abfälle reduziert. Das klappt prima und einfach mit Hühnermist. Die Ausscheidungen von Hühnern sind ein wertvoller Dünger mit allen wichtigen „Zutaten“ für prächtig wachsendes Gartengemüse sowie für Kräuter und Blumen – und dabei besonders effizient, also schnellwirkend.

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