Bruteier: Alles, was du wissen musst

21 Tage. Nur drei Wochen beträgt die Brutzeit bei Hühnern, in der aus dem befruchteten Ei ein fertiges und bald nach dem Schlupf flauschiges Küken schlüpft. Im Frühjahr ist die beste Zeit zum Brüten. Dann, wenn die Tiere am stärksten und gesündesten sind und gemessen an der gesamten Legeperiode die wohl besten und für die Brut erfolgversprechendsten Eier legen. Das gilt vor allem, wenn Althennen im Winter eine kleine Pause mit dem Eierlegen gemacht haben oder die jungen Hennen jetzt so richtig gut legen und auch die Größe der Eier entsprechend der Rasse ihr Bruteigewicht erreicht hat. Rund um Ostern piepst es dann gewaltig in unseren Hühnerställen … Doch zurück zu den Bruteiern. Für die Nachzucht brauchst du nämlich befruchtete Bruteier. Und um Eier zu befruchten, ist ein Hahn unerlässlich. Wer selbst keinen Hahn halten kann oder will, kann Bruteier ganz unkompliziert kaufen – und das sogar online.

Worauf achten bei der Bruteierzeugung?

Wenn du Bruteier von deinen Hühnern gewinnen möchtest, ist es zunächst wichtig, dass die Befruchtung zuverlässig gegeben ist. Eine Grundvoraussetzung ist, dass der Hahn nicht für zu viele Hennen „zuständig“ ist. Je nach Temperament des Hahnes sind 3 bis 10 Hennen optimal. Vor allem bei Zwerghennen ist auch auf die körperliche Verfassung relevant. Zu „fette“ Hennen weisen oft eine schlechtere Befruchtungsrate auf. Natürliches Tageslicht oder auch eine hühnergerechte Beleuchtung fördern außerdem die Befruchtungsfähigkeit. Die Zuchtgruppe sollte nicht zu alt und bei bester Gesundheit sein. Zusätzliche Gaben von Vitaminen, Bierhefe, etc. vor und während der Bruteisammelphase erhöhen den Gehalt wichtiger Nährstoffe im Ei und führen so zu einem besseren Schlupfergebnis sowie fördern die Vitalität der heranwachsenden Küken.

Wo kann ich Bruteier kaufen?

In der Regel werden die Eier vorsortiert angeboten. Das heißt, du kannst wählen, von welcher Rasse die Bruteier stammen, auch Kreuzungen werden angeboten. Manchmal gibt es auch einen „Mix“ an Bruteiern mit gut verträglichen Rassen bzw. Rassen mit ähnlichen Ansprüchen oder mit möglichst vielen unterschiedlichen Eierfarben. Mit ein bis zwei Euro pro Brutei, bei selteneren Rassen auch mehr, ist der Kauf von Bruteiern auch günstiger als der Kauf von Küken.

Bruteier gibt es hier:

  • Direkt vom Züchter / von der Züchterin
  • Bei Kleintierzuchtvereinen
  • Bei Sondervereinen zur Erhaltungszucht z. B. Vorwerkhuhn, Mechelner, Sulmtaler
  • Bei Rassezuchtvereinen
  • Auf Kleintiermärkten / Ausstellungen
  • Auf Kleinanzeigenportalen / Online-Tiermärkten
  • Auf Bauernhöfen, z. B. Archehöfen, die auch alte Hühnerrassen halten

Mit der Wahl der Bruteier bzw. der Rasse, die dahintersteht, kannst du einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung alter Rassen leisten. Diese „Oldtimer“ sind wahre Schätze mit häufig sehr guter Legeleistung und reichlich Charme hinterm Kamm.

Tipps für den Versand von Bruteiern

Auf die Verpackung kommt es an. Sie sollte stoßfest sein und fest schließen. Außerdem muss sie über kleine Öffnungen verfügen, um einen Sauerstoffaustausch zu gewährleisten. Beim Versand achte auch auf die aktuellen Wetterverhältnisse: Temperaturen möglichst zwischen 5 und 20 °C, auch extreme Temperaturschwankungen sollten vermieden werden.

Worauf muss ich bei der Auswahl von Bruteiern achten?

Das linke Ei ist als Brutei zu klein, das rechte zu rund. Das mittlere Ei hingegen würde sich zum brüten eignen.

Neben den augenscheinlichen Mängeln erfährst du hier, wie geeignete Bruteier noch beschaffen sein müssen, und wie du das am besten prüfst.

Auf den ersten Blick:

  • Schäden wie Risse, Sprünge, Dellen, Rillen u. a. Verformungen
  • Verunreinigungen, aber Achtung: Bruteier wäscht man nicht, um das Eindringen von Keimen nicht zu begünstigen, die Poren würden durch Waschen außerdem eher weiter verstopfen und die natürliche Schutzschicht würde zerstört werden.
  • Auf normale Eiform achten, keine besonders spitzen oder runden Eier
    Eine unregelmäßige Form und Dellen in der Schale machen das rechte Ei als Brutei unbrauchbar.

Unter der Schierlampe:

  • Die Luftblase ist nicht an der stumpfen Seite des Eies (falsche Luftblase)
  • Fremdkörper im Inneren z. B. Blutflecken
  • Ungenügend ausgebildete Kalkschalen mit Kalkringen, Kalkablagerungen, feinsten Haarrissen
  • Für Fortgeschrittene: Alter der Eier messen mit dem Luftkammermesser (Schablone)
  • Doppeldottereier aussortieren, da diese fast immer vorzeitig absterben

Mit der Waage:

  • Gewicht über dem Bruteimindestgewicht

Nachgefragt:

  • Wie alt sind die Bruteier? Optimal sind Eier vom 2. bis 10. Tag ab Legedatum. Danach sinkt die Schlupfrate in Abhängigkeit von der Lagerung beträchtlich.
  • Sind die Elterntiere vital und nicht älter als 2 bis 3 Jahre?
  • Wie viele Hennen hat der Hahn? Für eine gute Befruchtung sollte ein Zuchtstamm einen Hahn und max. ca. 5 bis 7 Hennen haben
  • Ambitionierte Züchter*innen fragen nach optimalen Proportionen, einer edlen Zeichnung und einem Musterkamm

Dem Bruterfolg im Wege stehen außerdem die Mauser und extrem hohe oder niedrige Temperaturen zum Legezeitpunkt. Vor allem bei Temperaturen unter 5 °C können die Bruteier absterben.

Ein gut geeignetes Brutei: keine Risse oder Unregelmäßigkeiten, gleichmäßige „Ei-Form“

Die Lagerung von Bruteiern

Ob Naturbrut oder Kunstbrut mit einem Brutautomaten, Bruteier (auch gekaufte) müssen meist über einige Tage gesammelt und idealerweise bei 10 bis 15 °C gelagert werden. Auch eine Luftfeuchte von mind. 60% verhindert ein zu schnelles Austrocknen der Bruteier. Es ist ja erstaunlich, dass befruchtete Eier tagelang keine extra Wärme benötigen und mit dem Beginn der Brut – Glucke oder Automat – die Natur wieder in Gang gesetzt werden kann. Auch ein kurz angebrütetes Ei kann nach einigen Tagen noch erfolgreich ausgebrütet werden. Aber besser ist natürlich, bisher unbebrütete Eier zu verwenden.

So lagerst du Bruteier optimal:

  • Maximal für 10 bis 12 Tage – eine längere Lagerung ist möglich, aber die Schlupfrate wird dann sinken
  • Bei 10 bis 15 Grad, aber niemals im Kühlschrank – auch eine Lagerung bei Zimmertemperatur ist möglich – führt aber mit zunehmender Lagerdauer auch zu abnehmender Schlupfrate
  • Ohne direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft
  • Bei mittlerer Luftfeuchtigkeit um die 60 bis 75 %, damit die Eier nicht vorzeitig austrocknen
  • Mindestens einmal täglich wenden, um zu vermeiden, dass der Dotter an der Schalenhaut festklebt

Profi-Tipp für eine „Eierwende-Routine“:

Eier in eine 30er Eierpappe einlegen – die Spitze Seite nach unten à Kantholz unterschieben und leicht schrägstellen à bei jedem Wendevorgang 30er Eierpappe um 90 Grad drehen, damit sich der Kippwinkel der Eier ändert

Achte auch darauf, Fremdgerüche fernzuhalten, da die Eier diesen annehmen könnten.

Kunstbrut oder Naturbrut (Amme) oder beides? Die Vor- und Nachteile in der Übersicht

Woran erkennt man, dass ein Ei befruchtet ist?

Wenn die rasante Entwicklung des Kükens im Ei durch Beginn der Brut erst ihren Lauf nimmt, dauert es etwa bis Tag 5, bis du mit der Schierlampe (im dunklen Raum) ein feines Netz mit ersten Blutgefäßen (die Spinne) – einen Nachweis von Leben – ausmachen kannst.

Wer vor der Brut stichprobenartig kontrollieren möchte, ob der Hahn „seines Amtes gewaltet“ hat, kann am aufgeschlagenen Ei prüfen, ob dieses befruchtet wurde. Beim unbefruchteten Ei ist die Keimscheibe eher ein Keimpunkt. Klein und fast weiß sowie unregelmäßig „ausgefranst“ in der Struktur. Beim befruchteten Ei hingegen ist die Keimscheibe deutlich größer und recht gleichmäßig beschaffen und nur etwas heller gefärbt.

Keimscheibe = rund wie ein Ball = befruchtet

 

Falls du dich fragst, ob aus deinem gekauften Frühstücksei ganz theoretisch auch ein Küken schlüpfen könnte … hängt das vor allem von der Herkunft der Eier ab. Bei frischen Bio-Eiern aus einem Hühnermobil, wo meist auch einige Hähne zur Hühnerherde gehören, kann das durchaus sein. Bei Eiern aus anderen Haltungsformen sind die Eier in der Regel nicht befruchtet und somit „kükenfrei“. Für Bruteier gibt es aussagekräftige Qualitätskriterien. Eine sorgfältige Auswahl verspricht demnach eine gute Brutausbeute, Zuchterfolge und – vor allem ganz viel Freude am piepsenden Nachwuchs.

 

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